Hallo Ulli,
ich kann meinen Kollegen da nur zustimmen. Mit einem Backenfutter eine Kugel rotieren zu lassen, ist erst mal kein Problem. Einmal um den Äquator einen Schriftzug oder ein Logo ebenfalls nicht.
Auch in eine komplette Mulde oder auf eine Halbkugel verzerrungsfrei, das bekommt ein 3D-Galvosystem hin.
Wobei eine 150mm Halbkugel auch schon nicht ohne ist, von der Größe her.
Ich denke aber mal, dein Gedanke liegt bei der kompletten Gravur einer Kugel ohne interne Fokusnachstellung, wie es bei einem 3D-Galvosystem gemacht wird, inkl. einer zusätzlichen Z-Nachführung und einem benötigten verfahren des Galvokopfes auf einer X- und Y-Achse.
Ich denke mir jetzt mal was aus. Die Oberfläche des Mondes graviert auf deine Holzkugel.
Jetzt fangen die Probleme an und die sind wirklich zeitgeschichtlich sehr alt, ja sogar verdammt alt.
Ich hole mal ein bisschen aus, um das Problem zu schildern.
Wie bekomme ich die Oberfläche der Erde auf ein Blatt Papier gezeichnet. Genau, da war mal was
Um eine runde Oberfläche auf eine zweidimensionale Oberfläche zu kriegen, muss ich entweder den Radialschnitt oder den Scheibenschnitt verwenden oder ich muss verzerren.
Das verzerrte sehen wir jeden Tag und wir haben uns an diese Verzerrung schwer gewöhnt. Den die Größenverhältnisse stimmen von vorne bis hinten nicht.
Eindrucksvoll zeigt dir das die Seite :
https://thetruesize.com/
Einmal rechts auf den Mülleimer klicken und die Karte wieder auf Null zu setzen bitte
Hier kannst du in dem Fenster mal Germany eingeben, dann wird unser Land angezeigt und dann kannst du mal unser Land mit der Maus anklicken und damit mal über die Weltkarte schweben. An den Polen wird unser Land verdammt groß
Und jetzt kommt es noch darauf an, wer in der Mitte der zweidimensionalen Weltkarte ist. Bei den Amerikanern ist in der Schule deren nördlicher und südlicher Kontinent in der Mitte.
Der Radiale- oder Scheibenschnitt wird sehr schön hier erklärt ( sogar mit Historie ) :
https://www.lehrerfreund.de/technik/1s/ ... klung/4206
Jetzt könnte man ja auf die Idee kommen und eine 3D-Oberfläche des Mondes auf dem Computer Zeilenweise abzuscannen und dann die Information an den Laser weitergeben. Mit der Rotationsachse und einer passenden Mechanik kein Problem. Dein Zeilenabstand am Äquator passend zum Fokus des Lasers bricht dir aber zusehends zu den Polen hingehend deine Idee in zwei. Bedingt durch die Gradzahl der Kugel am Äquator verdichtet sich die Gravur an den Polen durch den geringeren Zeilensprung, oder anders ausgedrückt... du laserst in die bereits gelaserte Gravur wieder rein.
Deine Gravur wird also zu den Polen ( Rotationsachse ) hin dichter/tiefer/dunkler oder verbrennt dir sogar.
Somit wären also Halbkugeln mithilfe eines 3D-Lasersystems wesentlich besser, schneller und einfacher mithilfe der passenden 3D-Lasersoftware.
Aber die Sache hat einen bitteren Beigeschmack. Die Halbkugeln müssen exakt stimmen. Die geringsten Abweichungen und du siehst eine Naht beim Zusammenkleben der Halbkugeln. Könnte man aber passend mit einem schicken dünnen polierten Messingring einfassen.
Man sieht, so ganz einfach ist es dann doch nicht.
Wenn ich mit meiner Vermutung richtig liege, siehst du, auch andere sind schon auf die Idee gekommen. Und wir beiden sind nicht die einzigen
Entweder ein 3D-Galvosystem oder ein 3D-Drucker und dann Holzfilament, was aber dann wieder kein Naturprodukt ist.
Schönen Sonntag noch
Gruß
Michael